In meinen Gedanken
habe ich euch schon viele Briefe geschrieben.
Abgeschickt wurden sie nie.
Vielleicht, weil Schweigen einfacher ist.
Aber ist es das wirklich?
Ich habe nie gesagt, wie es mir wirklich geht.
Schweigen schien leichter.
Aber je länger man schweigt,
desto größer wird der Abstand.
Und inzwischen wirkt er beinahe unüberwindbar.
Ich habe nie gesagt, woran es liegt.
Dass meine Gedanken mein größter Feind sind.
Dass jeder Tag eine Herausforderung ist.
Ich habe nie gesagt,
dass meine Maske aufrechtzuerhalten
immense Kraft kostet.
Kraft, die eigentlich nicht vorhanden ist.
Und je größer der Abstand wird,
desto mehr Kraft braucht es.
Plötzlich ist da ein Graben.
Unbezwingbar.
Ihr könnt nichts dafür.
Ich habe nie gesagt,
dass ich Hilfe brauche.
Aber ihr habt
auch nie gefragt.
