Vierzig.
Bald einundvierzig.
Noch immer trage ich
den Namen, den mir andere gaben.
Die Sensible.
Die Empfindliche.
Die Traurige.
Die, die zusammenzuckt.
Die, die laut weint.
Die, die nichts aushält.
Die Schwache.
Aber unter meiner Rippe
schlägt ein anderer Name.
Nein.
Es sind mehrere.
Sie drängen an die Oberfläche
wie ein Atem,
der zu lange angehalten wurde.
Welche Namen dürfen bleiben?
Dürfen Namen bleiben?
Welche Namen haben dann Platz?
Die Feinfühlige.
Die Mitfühlende.
Die Standhaltende.
Die, die stehen bleibt,
auch wenn es weh tut.
Die Uhr kennt kein Zögern.
Tick.
Tack.
Einundvierzig kommt näher
als ich denke
Bald einundvierzig.
Doch warum darauf warten?
Vielleicht ist nicht das Alter das Zu spät.
Vielleicht ist es das Warten.
Einundvierzig.
Noch nicht.
Vielleicht.
Dieser Text wurde auch in der #kkl 62 zum Thema „Empfindlichkeit“ veröffentlicht.
